Universität Zürich Soziologisches Institut der Universität Zürich Prof. Dr. Hans Geser

 
presents: Georg Simmel Online

       Sociology in Switzerland

Georg Simmel Online           


Die Erweiterung der Gruppe und die Ausbildung der Individualität
1. Teil

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ex: Georg Simmel: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. Duncker & Humblot Verlag, Berlin 1908 (1. Auflage). S. 527-573.


(> 527) Die Themata, um die herum die Untersuchungen dieses Buches zu einzelnen Kapiteln gesammelt sind, waren bisher einzelne Begriffe des soziologischen Gebietes überhaupt, die einer großen Vielfältigkeit und oft Gegensätzlichkeit der historischen, diese Begriffe darbietenden Gestalten und Gestaltungstypen Raum gaben.

Die von dem praktischen Einteilungszweck geforderten Zusammenfassungen hatten ein inneres Recht nur darin, daß die Erscheinungen und Reflexionen den fraglichen Begriff gemeinsam enthielten: der Inhalt der einzelnen Kapitel war nicht in einer einheitlichen Behauptung auszudrücken, deren Beweis allmählich erwuchs, sondern nur in einer Summe von Behauptungen, die sich unter seinem Titel zusammenfanden.

Die nun folgende Untersuchung soll einen andern Typus exemplifizieren: sie dient der Aufweisung eines einzigen, wenn auch in vielen Modifikationen, Hüllen und Mischungen auftretenden Zusammenhanges; nicht ein Begriff, sondern ein Satz ist ihren Teilen gemeinsam. 

Statt eine singuläre abstrahierte Form in die Erscheinungen, in denen sie sich finden mag und deren Inhalt durch sie in keiner bestimmten Richtung festgelegt wird, zu verfolgen, soll nun hier eine bestimmte Korrelation und wechselseitig bestimmte Entwicklung von Formen der Vergesellschaftung dargelegt werden.

Das individuelle Besonderssein der Persönlichkeit und die sozialen Einflüsse, Interessen, Beziehungen, durch die sie ihrem Kreise verbunden ist, zeigen im Lauf ihrer beiderseitigen Entwicklung ein Verhältnis, das an den verschiedensten zeitlichen und sachlichen Abteilungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit als typische Form auftritt: jene Individualität des Seins und Tuns erwächst, im allgemeinen, in dem Maße, wie der das Individuum sozial umgebende Kreis sich ausdehnt.

Von den mannigfaltigen Arten, auf die diese Ausdehnung geschieht und die hervorgehobene Korrelation trägt, nenne ich zuerst die in der Annäherung bisher getrennter Kreise vor sich gehende. 

Haben wir zwei soziale Gruppen, M und N, die sich scharf voneinander unterscheiden, sowohl nach den charakteristischen Eigenschaften wie nach den gegenseitigen Gesinnungen, deren jede aber in sich aus homogenen und eng zusammenhängenden (> 528) Elementen besteht: so bringt die quantitative Erweiterung eine steigende Differenzierung hervor; die ursprünglich minimalen Unterschiede unter den Individuen nach äußerlichen und innerlichen Anlagen und deren Betätigung verschärfen sich durch die Notwendigkeit, den von immer mehreren umkämpften Lebensunterhalt durch immer eigenartigere Mittel zu gewinnen; die Konkurrenz bildet im numerischen Maß der an ihr Beteiligten die Spezialität des Individuums aus.

Wie verschieden nun auch der Ausgangspunkt dieses Prozesses in M und N gewesen sei, so muß er diese doch allmählich einander verähnlichen.

Es steht doch nur eine relativ begrenzte und sehr langsam vermehrbare Anzahl wesentlicher menschlicher Formationen zur Verfügung. 

Je mehr von diesen sich in einer Gruppe vorfinden, d. h. je größer die Unähnlichkeit der Bestandteile von M unter sich und derer von N unter sich wird, desto wahrscheinlicher wird sich eine immer wachsende Anzahl von Bildungen im einen ergeben, die solchen im andern ähnlich sind; die nach allen Seiten gehende Abweichung von der bis dahin für jeden Komplex für sich gültigen Norm muß notwendig, eine - zunächst qualitative oder ideelle - Annäherung der Glieder des einen an die des andern erzeugen.

Schon deshalb wird dies geschehen, weil unter noch so verschiedenen sozialen Gruppen die Formen der Differenzierung gleich oder ähnlich sind: die Verhältnisse der einfachen Konkurrenz, die Vereinigung vieler Schwacher gegen einen Starken, die Pleonexie Einzelner, die Progression, in der einmal angelegte individuelle Verhältnisse sich steigern, die Attraktion oder Repulsion, die zwischen Individuen auf Grund ihrer qualitativen Differenzierung eintritt usw.

Dieser Prozeß wird oft, noch abgesehen von allen inhaltlichen Interessenverknüpfungen, zu realen Beziehungen der auf diese Weise einander angeähnlichten Elemente beider - oder vieler - Gruppen führen.

Dies beobachtet man z. B. an der internationalen Sympathie, die Aristokraten untereinander hegen und die von dem spezifischen Inhalt des Wesens, der sonst über Anziehung und Abstoßung entscheidet, in erstaunlichem Maße unabhängig ist.

In der gleichen Weise -- durch die Spezialisierung innerhalb jeder einzelnen, von der andern ursprünglich unabhängigen Gruppe -entstehen die Sympathien aber auch an dem andern Pole der sozialen Skala, wie der Internationalismus der Sozialdemokratie sie zeigt und wie sie die Gefühlsgrundlage der früheren Gesellenverbände gewesen ist.

Nachdem der soziale Differenzierungsprozeß zu der Scheidung zwischen Hoch und Niedrig geführt hat, bringt die bloß formale Tatsache einer bestimmten sozialen Stellung die durch sie charakterisierten Mitglieder der verschiedenartigsten Gruppen in innerliche, oft auch äußerliche Beziehung.

Mit einer solchen Differenzierung der sozialen Gruppe wird die Nötigung und Neigung wachsen, über ihre ursprünglichen Grenzen in räumlicher, ökonomischer und geistiger Beziehung hinauszugreifen und neben die anfängliche Zentripetalität der einzelnen Gruppe bei wachsender Individualisierung und dadurch eintretender Repulsion ihrer Elemente eine zentrifugale Tendenz als Brücke zu andern Gruppen zu setzen.

Während z. B. (> 529) ursprünglich in den Zünften der Geist strenger Gleichheit herrschte, der den Einzelnen einerseits auf diejenige Quantität und Qualität der Produktion einschränkte, die alle andern gleichfalls leisteten, andrerseits ihn durch Normen des Verkaufs und Umsatzes vor Überflügelung durch den andern zu schützen suchte, - war es doch auf die Dauer nicht möglich, diesen Zustand der Undifferenziertheit aufrecht zu halten.

Der durch irgendwelche Umstände reich gewordene Meister wollte sich nicht mehr in die Schranken fügen, nur das eigene Fabrikat zu verkaufen, nicht mehr als eine Verkaufsstelle und eine sehr beschränkte Anzahl von Gehilfen zu halten und Ähnliches.

Indem er aber das Recht dazu, zum Teil unter schweren Kämpfen gewann, mußte ein Doppeltes eintreten: einmal mußte sich die ursprünglich homogene Masse der Zunftgenossen mit wachsender Entschiedenheit in Reiche und Arme, Kapitalisten und Arbeiter differenzieren; nachdem das Gleichheitsprinzip einmal so weit durchbrochen war, daß Einer den Andern für sich arbeiten lassen und seinen Absatzmarkt frei nach seiner persönlichen Fähigkeit und Energie, auf seine Kenntnis der Verhältnisse und seine Chancenberechnung hin, wählen durfte, so mußten eben jene persönlichen Eigenschaften mit der Möglichkeit, sich zu entfalten, sich auch steigern und zu immer schärferen Spezialisierungen und Individualisierungen innerhalb der Genossenschaft und schließlich zur Sprengung derselben führen. 

Andrerseits aber wurde durch diese Umgestaltung ein weites Hinausgreifen über das bisherige Absatzgebiet ermöglicht; dadurch, daß der Produzent und der Händler, früher in einer Person vereinigt, sich voneinander differenzierten, gewann der letztere eine unvergleichlich freiere Beweglichkeit und wurden früher unmögliche kommerzielle Anknüpfungen erzielt. 

Die individuelle Freiheit und die Vergrößerung des Betriebes stehen in Wechselwirkung. 

So zeigte sich bei dem Zusammenbestehen zünftiger Beschränkungen und großer fabrikmäßiger Betriebe, wie es etwa anfangs des 19. Jahrhunderts in Deutschland stattfand, stets die Notwendigkeit, den letzteren die Produktions- und Handelsfreiheit zu lassen, die man den Kreisen kleinerer und ,engerer Betriebe kollektivistisch einschränken konnte oder wollte.

Es war also eine zwiefache Richtung, in der die Entwicklung von dem engen homogenen Zunftkreise aus führte und die in ihrer Doppelheit die Auflösung desselben vorbereiten sollte: einmal die individualisierende Differenzierung und dann die an das Ferne anknüpfende Ausbreitung.

Deshalb zeigte sich auch die Differenzierung der englischen Gildenmitglieder in Händler und wirkliche Arbeiter am stärksten bei den Gewerben, die articles of foreign demand arbeiteten, wie Gerber und Zeugmacher.

Die Spaltung, die sich in diese Korrelation mit der Erweiterung verwebt, betrifft nicht nur den Inhalt der Arbeit, sondern auch ihre soziologische Direktive. 

Solange die kleine primitive Gruppe sich selbst genügt, findet selbst bei einer gewissen technischen Arbeitsteilung doch die durchgehende Gleichheit statt, daß jeder für die Gruppe selbst arbeitet, daß jede Leistung soziologisch zentripetal ist. 

Sobald aber die Schranken der Gruppe gesprengt werden und sie in (> 530) den Austausch von Spezialprodukten mit einer anderen tritt, so entsteht innerhalb ihrer die Differenzierung zwischen denen, die die Produkte für den auswärtigen Handel und denen, die die Produkte für den inneren Konsum erzeugen - zwei ganz entgegengesetzte innere Lebensrichtungen.

Die Geschichte der Bauernbefreiung zeigt z. B. in Preußen einen in dieser Beziehung ähnlichen Prozeß. 

Der erbuntertänige Bauer, wie er in Preußen bis etwa 1810 existierte, befand sich sowohl dem Lande wie dem Herrn gegenüber in einer eigentümlichen Mittelstellung; das Land gehörte zwar dem letzteren, aber doch nicht so, daß der Bauer nicht gewisse Rechte auf dasselbe gehabt hätte. 

Andrerseits mußte er zwar dem Herrn auf dessen Acker fronen, bearbeitete aber daneben das ihm zugewiesene Land für seine eigene Rechnung.

Bei der Aufhebung der Leibeigenschaft wurde nun dem Bauer ein gewisser Teil seines bisherigen, zu beschränkten Rechten besessenen Landes zu vollem und freiem Eigentum übermacht, und der Gutsherr war auf Lohnarbeiten angewiesen, die sich jetzt zumeist aus den Besitzern kleinerer, ihnen abgekaufter Stellen rekrutierten.

Während also der Bauer in den früheren Verhältnissen die teilweisen Qualitäten des Eigentümers und des Arbeiters für fremde Rechnung in sich vereinigte, trat nun scharfe Differenzierung ein: der eine Teil wurde zu reinen Eigentümern, der andre zu reinen Arbeitern. 

Wie aber hierdurch die freie Bewegung der Person, das Anknüpfen entfernterer Beziehungen hervorgerufen wurde, liegt auf der Hand; nicht nur die Aufhebung der äußerlichen Bindung an die Scholle kam dafür in Betracht, sondern auch die Stellung des Arbeiters als solchen, der bald hier, bald dort angestellt wird, andrerseits der freie Besitz, der Veräußerlichungen und, damit kommerzielle Beziehungen, Umsiedlungen usw. ermöglicht. 

So begründet sich die im ersten Satz ausgesprochene Beobachtung: die Differenzierung und Individualisierung lockert das Band mit den Nächsten, um dafür ein neues - reales und ideales - zu den Entfernteren zu spinnen.
 
Ein ganz entsprechendes Verhältnis findet sich in der Tier- und Pflanzenwelt. 

Bei unseren Haustierrassen (und dasselbe gilt für die Kulturpflanzen) ist zu bemerken, daß die Individuen derselben Unterabteilung sich schärfer voneinander unterscheiden, als es mit den Individuen einer entsprechenden im Naturzustände der Fall ist; dagegen stehen die Unterabteilungen einer Art als Ganze einander näher, als es bei unkultivierten Spezies der Fall ist. 

Die wachsende Ausbildung durch Kultivierung bewirkt also einerseits ein schärferes Hervortreten der Individualität innerhalb der eigenen Abteilung, andrerseits eine Annäherung an die fremden, ein Hervortreten der über die ursprünglich homogene Gruppe hinausgehenden Gleichheit mit einer größeren Allgemeinheit. 

Und es stimmt damit vollkommen überein, wenn uns versichert wird, daß die Haustierrassen unzivilisierter Völker viel mehr den Charakter gesonderter Spezies tragen, als die bei Kulturvölkern gehaltenen Varietäten; denn jene sind eben noch nicht auf den Standpunkt der Ausbildung gekommen, der bei längerer Zähmung die Verschiedenheiten der Abteilungen vermindert, weil er die der Individuen vermehrt. 

Und hierin ist die (> 531) Entwicklung der Tiere der ihrer Herren proportional: nach dem Bilde, das wir uns von primitiven Kulturzuständen (der Begriff kann hier ohne Schaden in einer gewissen Unbestimmtheit bleiben) zu machen pflegen, sind die Individuen der Stämme von großer qualitativer Gleichheit und praktisch geschlossener Einheit; dagegen stehen die Stämme als Ganze einander fremd und feindlich gegenüber: je enger die Synthese innerhalb des eigenen Stammes, desto strenger die Antithese gegenüber dem fremden; mit fortschreitender Kultur wächst die Differenzierung unter den Individuen und steigt die Annäherung an den fremden Stamm. 

Ein Engländer, der viele Jahre in Indien gelebt hatte, sagte mir, daß es für den Europäer unmöglich wäre, den Eingeborenen da irgend näher zu kommen, wo Kasten beständen; wo dagegen keine Kasteneinteilung herrsche, sei dies leicht. 

Die Geschlossenheit der Kaste, durch eine ebenso entschiedene Gleichartigkeit nach innen wie entschiedenen Abschluß nach oben und unten getragen, verhindert offenbar die Ausbildung dessen, was man das Allgemeiner-Menschliche nennen muß und was das Verhältnis zu dem Rassefremden ermöglicht.

Dem entspricht es durchaus, daß die breiten ungebildeten Massen eines Kulturvolkes unter sich homogener, dagegen von denen eines andern Volkes durch schärfere Charakteristiken geschieden sind, als Beides unter den Gebildeten beider Völker statt hat.

Innerhalb der Kultur wiederholt sich jenes synthetisch-antithetische Verhältnis, wenn das ältere deutsche Innungswesen darauf geht, die Genossen ganz eng zu verbinden, um die Genossenschaften ganz streng zu trennen. 

Die moderne Assoziation, der Zweckverband, dagegen bindet die Genossen nur so weit, legt ihnen nur so weit Gleichheiten auf, wie der festumschriebene Zweck es verlangt und läßt ihnen im übrigen völlige Freiheit, duldet jede Individualität und Heterogeneität ihrer Gesamtpersönlichkeiten; dafür aber strebt sie zu einer umfassenden Einheit aller Verbände durch die ineinandergreifenden Arbeitsteilungen, die Nivellierungen durch Rechtsgleichheit und Geldwirtschaft, die Interessensolidarität der nationalen Wirtschaft. 

In diesen Beispielen ist angedeutet, was der Verlauf der Untersuchung allenthalben zeigen wird: daß die Unindividualisiertheit der Elemente in dem engeren Kreis, ihre Differenziertheit in dem weiteren sich ebenso in dem Nebeneinander koexistierender Gruppen und Gruppenelemente zeigt, wie in dem Nacheinander der Stadien, durch welche die Entwicklung einer einzelnen Gruppe hindurchgeht.

Jener Grundgedanke läßt sich verallgemeinernd so wenden, daß in jedem Menschen ceteris paribus gleichsam eine unveränderliche Proportion zwischen dem Individuellen und dem Sozialen besteht, die nur die Form wechselt: je enger der Kreis ist, an den wir uns hingeben, desto weniger Freiheit der Individualität besitzen wir; dafür aber ist dieser Kreis selbst etwas Individuelles, scheidet sich, eben weil er ein kleiner ist, mit scharfer Begrenzung gegen die übrigen ab. 

Und entsprechend: erweitert sich der Kreis, in dem wir uns betätigen und dem unsere Interessen gelten, so ist darin mehr Spielraum für die Entwicklung unserer Individualität; aber (> 532) als Teile dieses Ganzen haben wir weniger Eigenart, dieses letztere ist als soziale Gruppe weniger individuell. 

Es ist also nicht nur die relative Kleinheit und Enge der Gemeinschaft, sondern auch, oder vor allem, ihre individualistische Färbung, der das Nivellement ihrer Individuen korrespondiert. 

Oder in ganz kurzem Schema: die Elemente des differenzierten Kreises sind undifferenziert, die des undifferenzierten Kreises differenziert. 

Dies ist natürlich kein soziologisches »Naturgesetz«, sondern sozusagen nur eine phänomenologische Formel, die den regelmäßigen Erfolg von regelmäßig sich zusammenfindenden Geschehensreihen in einen Begriff zu fassen sucht; sie bezeichnet keine Ursache von Erscheinungen, sondern die Erscheinung, deren ganz tiefgelegener allgemeiner Zusammenhang sich in jedem einzelnen Fall als der Erfolg sehr mannigfaltiger, aber in ihrem Zusammenwirken die gleichen Formungskräfte entbindender Ursachen darstellt.

Die erste Seite dieser Zusammenhänge - die Undifferenziertheit unter den Mitgliedern der differenzierten Gruppe - zeigt in einer Art, die gerade auf die innerlichsten Motivierungen zurückgeht, die soziale Ordnung des Quäkertums. 

Als ganzes, als Religionsprinzip, von dem extremsten Individualismus und Subjektivismus, bindet es die Gemeindeglieder in höchst gleichförmig-demokratische, alle individuellen Unterschiede möglichst ausschließende Lebens- und Wesensart; dafür mangelt ihm aber jedes Verständnis für die höhere staatliche Einheit und ihre Zwecke, so daß die Individualität der kleineren Gruppe einerseits die der Einzelnen, andrerseits die Hingabe an die große Gruppe ausschließt. 

Und nun stellt sich dies im einzelnen darin dar: in dem, was Gemeindesache ist, in den gottesdienstlichen Versammlungen, darf jeder als Prediger auftreten und reden, was und wann es ihm beliebt; dagegen wacht die Gemeinde über die persönlichen Angelegenheiten, z. B. die Eheschließung, so daß diese ohne Einwilligung eines zur Untersuchung des Falles eingesetzten Komitees nicht stattfindet. 

Sie sind also individuell nur im Gemeinsamen, aber sozial gebunden im Individuellen. 

Beide Seiten jener Formel exemplifizieren sich an den Unterschieden zwischen den politischen Gestaltungen der Nord- und Südstaaten der Vereinigten Staaten, und zwar am deutlichsten in der Zeit vor dem Bürgerkriege. 

Die Neu-England-Staaten in Nordamerika hatten von vornherein einen starken lokal-sozialen Zug; sie bildeten townships mit entschiedener Bindung des Einzelnen an die Pflichten gegen das Ganze, während dieses Ganze verhältnismäßig sehr klein, aber sehr selbständig war.

Die Südstaaten dagegen, mehr von einzelnen Abenteurern bevölkert, die keine besondere Neigung zu local self-government hatten, bildeten sehr bald sehr umfassende counties als Verwaltungseinheiten, ja, die eigentliche politische Bedeutung liegt bei diesen in dem Staat als Ganzen, während ein Neu-England-Staat mehr eine combination of towns ist.

Den unabhängigeren, bis zu anarchischen Neigungen individuellen Persönlichkeiten des Südens entsprach das abstraktere, farblosere allgemeine Staatsgebilde, das sie zusammenfaßte, während die strenger regulierten Persönlichkeiten (> 533) des Nordens zu engeren, städtischen Bildungen neigten, die aber als Ganze stark individuelle Färbung und autonome Besonderheiten besaßen. 

Man könnte, unter allen oben angedeuteten Vorbehalten, von einem Quantum der Tendenz zur Individualisierung und der zur Undifferenziertheit sprechen, das durch die persönlichen, geschichtlichen, gesellschaftlichen Umstände bestimmt ist und das gleiche bleibt, mag es sich an der rein persönlichen Gestaltung oder an der der sozialen Gemeinschaft, der die Persönlichkeit angehört, zur Geltung bringen.

Wir führen sozusagen eine doppelte oder, wenn man will, halbierte Existenz: einmal als Individuum innerhalb des sozialen Kreises, mit fühlbarer Abgrenzung gegen dessen übrige Mitglieder, dann aber auch als Mitglied dieses Kreises, in Abgrenzung gegen das, was ihm nicht angehört. 

Wenn nun ein Bedürfnis nach Individualisierung überhaupt und ebenso nach ihrem Gegenteil in uns lebt, so mag sich das ebenso an der einen wie an der andern Seite unserer Existenz realisieren.

Dem Plus an Befriedigung, das etwa der Differenzierungstrieb im Sinne der Sonderpersönlichkeit den Gruppengenossen gegenüber gewinnt, wird ein Minus derjenigen Differenzierung entsprechen, die eben dasselbe Wesen in der Vereinigtheit mit seinen Gruppengenossen, als bloßes Sozialwesen gewinnt; d. h. die gesteigerte Individualisierung innerhalb der Gruppe wird mit einer herabgesetzten Individualisierung der Gruppe selbst zusammengehen, - und ebenso umgekehrt - wenn ein bestimmtes Maß des Triebes gedeckt werden soll. 

So hat ein Franzose über die Vereinssucht in Deutschland bemerkt. c'est elle qui habitue l'Allemand d'une part à ne pas compter uniquement sur l'Etat; d'autre part à ne pas compter uniquement avec lui-même. Elle l'empêche de s'enfermer dans ses intérets particuliers et de s'en remettre à l'Etat de tous les intérets généreaux. 

In dieser negativen Ausdrucksweise ist also besagt, daß eine Tendenz zum Allgemeinsten und eine zum Individuellsten vorhanden ist, daß aber beide hier sich nicht an radikal getrennten Sondergebilden differenziert befriedigen; sondern der Verein stelle ein Mittleres dar, das dem vorhandenen dualistischen Triebquantum in einer gewissen Verschmolzenheit genugtut.
 
Benutzt man dies als heuristisches Prinzip (d. h. nicht die wirkliche Kausalität der Erscheinungen damit aufzeigend, sondern nur behauptend: sie verlaufen so, als ob ein solcher Doppeltrieb sie beherrschte und seine Verwirklichungen an jenen verschiedenen Seiten unseres Wesens gegeneinander ausgliche), so haben wir daran eine allgemeinste Norm, welcher die Größenunterschiede der sozialen Gruppen nur die häufigste Gelegenheit zum Hervortreten bieten, die sich indes auch aus andern Veranlassungen realisiert. 

So bemerken wir z. B. in gewissen Kreisen, ja vielleicht bei Völkern, wo das Extravagante, überspannte, launenhaft Impulsive sehr vorherrscht, doch eine sklavische Fesselung an die Mode.

Die Verrücktheit, die einer begeht, wird automatenhaft von allen andern nachgeäfft. 

Andre dagegen, mit mehr nüchterner und soldatisch zugeschnittener Form des Lebens, die als Ganzes lange nicht so (> 534) bunt ist, haben doch einen viel stärkeren Individualitätstrieb, unterscheiden sich innerhalb ihres gleichförmigen und einfachen Lebensstiles viel schärfer und prägnanter voneinander, als jene in ihrer bunten und wechselnden Art. 

So hat also einerseits das Ganze sehr individuellen Charakter, aber seine Teile sind untereinander sehr gleich; andrerseits ist das Ganze farbloser, weniger nach einem Extrem zu gebildet, aber seine Teile sind untereinander stark differenziert. 

Die Mode ist schon an und für sich als Form des sozialen Lebens ein eminenter Fall dieser Korrelation.

Die Geschmücktheit und Akzentuierung, die sie der Persönlichkeit verleiht, kommt dieser doch nur als Mitglied einer Klasse zu, die sich gemeinsam durch die Adoptierung der neuen Mode von den andern Klassen abhebt (sobald die Mode zu diesen andern herabgestiegen ist, wird sie von jenen verlassen und es kommt eine neue für sie auf); die Verbreitung der Mode bedeutet das Nivellement der Klasse nach innen zu und ihr Sich-Herausheben gegenüber allen andern. 

Für den Augenblick indes kommt es hier hauptsächlich auf die Korrelation an, die sich an den Umfang der sozialen Kreise knüpft und die Freiheit der Gruppe mit der Gebundenbeit des Individuums zu verbinden pflegt; ein gutes Beispiel davon zeigt das Zusammenbestehen kommunaler Gebundenheit mit politischer Freiheit, wie wir es in der russischen Verfassung der vorzarischen Zeit finden. 

Besonders in der Epoche der Mongolenkämpfe gab es in Rußland eine große Anzahl territorialer Einheiten, Fürstentümer, Städte, Dorfgemeinden, welche untereinander von keinem einheitlichen staatlichen Bande zusammengehalten wurden und also als Ganze großer politischer Freiheit genossen; dafür aber war die Gebundenheit des Individuums an die kommunale Gemeinschaft die denkbar engste, so sehr, daß überhaupt kein Privateigentum an Grund und Boden bestand, sondern allein die Kommune diesen besaß. 

Der engen Eingeschlossenheit in den Kreis der Gemeinde, die dem lndividuum den persönlichen Besitz und gewiß auch oft die persönliche Beweglichkeit versagte, entsprach der Mangel an bindenden Beziehungen zu einem weiteren politischen Kreise.

Bismarck sagte einmal, in einer französischen Stadt von 200 000 Einwohnern herrsche viel beschränktere Kleinstädterei als in einer deutschen von 10 000, und begründete dies damit, daß Deutschland aus einer großen Anzahl kleinerer Staaten besteht.

Offenbar läßt der ganz große Staat der Kommune eine geistige Selbständigkeit und Geschlossenheit, und wenn ein immerhin relativ kleines Gemeinwesen sich als Ganzes fühlt, muß jene Bewertung des Minimalen stattfinden, die eben Kleinstädterei ist.

In einem kleineren Staate kann sich die Kommune mehr als Teil des Ganzen fühlen, sie ist nicht so auf sich angewiesen, hat nicht soviel Individualität und entgeht deshalb leichter jenem inneren vergewaltigenden Nivellement der Individuen, dessen Folge, gemäß unserer psychologischen Unterschiedsempfindlichkeit, ein gesteigertes Bewußtsein für die kleinsten und kleinlichsten Vorgänge und Interessen sein muß. 

Innerhalb eines engen Kreises kann man in der Regel die Individualität nur auf zweierlei Weisen bewahren entweder indem (> 535) man ihn führt (weshalb starke Individuen manchmal gern »auf dem Dorf der erste« sind) oder: indem man nur äußerlich in ihm existiert, im Wesentlichen aber sich von ihm unabhängig hält. 

Dieses aber ist nur entweder durch große Charakterfestigkeit oder durch Schrullenhaftigkeit möglich, wie sie gerade besonders häufig in kleinen Städten auffällt.

Die Kreise der sozialen Interessen liegen konzentrisch um uns: je enger sie uns umschließen, desto kleiner müssen sie sein. 

Nun ist aber der Mensch nie bloßes Kollektivwesen, wie er nie bloßes Individualwesen ist; darum handelt es sich hier natürlich nur um ein Mehr oder Minder und nur um einzelne Seiten und Bestimmungen der Existenz, an denen sich die Entwicklung vom Übergewicht des einen zu dem des andern zeigt.

Und diese Entwicklung wird Stadien haben können, in denen die Zugehörigkeiten zu dem kleinen wie zu dem größeren sozialen Kreise nebeneinander in charakteristischen Folgen hervortreten.

Während also die Hingabe an einen engeren Kreis im allgemeinen dem Bestande der Individualität als solcher weniger günstig ist, als ihre Existenz in einer möglichst großen Allgemeinheit, ist psychologisch doch zu bemerken, daß innerhalb einer sehr großen Kulturgemeinschaft die Zugehörigkeit zu einer Familie die Individualisierung befördert. 

Der Einzelne vermag sich gegen die Gesamtheit nicht zu retten; nur indem er einen Teil seines absoluten Ich an ein paar andre aufgibt, sich mit ihnen zusammenschließt, kann er noch das Gefühl der Individualität, und zwar ohne übertriebenes Abschließen, ohne Bitterkeit und Absonderlichkeit wahren. 

Auch indem er seine Persönlichkeit und seine Interessen um die einer Reihe andrer Personen erweitert, setzt er sich dem übrigen Ganzen sozusagen in breiterer Masse entgegen. 

Zwar der Individualität im Sinne des Sonderlingtums und der Innormalität jeder Art wird durch ein familienloses Leben in einem weiten Kreise weiter Spielraum gelassen; aber für die Differenzierung, die dann auch dem größten Ganzen zugute kommt, die aus der Kraft, aber nicht aus der Widerstandslosigkeit gegenüber einseitigen Trieben hervorgeht - für diese ist die Zugehörigkeit zu einem engeren Kreise innerhalb des weitesten oft von Nutzen, vielfach freilich nur als Vorbereitung und Übergang. 

Die Familie, deren Bedeutung zuerst eine politisch-reale, mit wachsender Kultur mehr und mehr psychologisch-ideale ist, bietet als Kollektivindividuum ihrem Mitgliede einerseits eine vorläufige Differenzierung, die es auf diejenige im Sinne der absoluten Individualität wenigstens vorbereitet, andrerseits einen Schutz, unter dem die letztere sich entwickeln kann, bis sie der weitesten Allgemeinheit gegenüber bestandsfähig ist. 

Die Zugehörigkeit zu einer Familie stellt in höheren Kulturen, wo doch zugleich die Rechte der Individualität und der weitesten Kreise sich geltend machen, eine Mischung der charakteristischen Bedeutung der engen und der erweiterten sozialen Gruppe dar. - Es ist schon für die Tierwelt die ganz gleiche Beobachtung gemacht worden, daß die Neigung zur Familienbildung in umgekehrtem Verhältnis zur Bildung größerer Gruppen steht; das monogame und selbst polygame Verhältnis hat etwas so Exklusives, die Sorge für die Nachkommenschaft (> 536) beansprucht die Eltern in so hohem Maße, daß die weitergehende Sozialisierung bei derartigen Tieren darunter leidet.

Darum sind die organisierten Gruppen unter den Vögeln verhältnismäßig selten, während z. B. die wilden Hunde, bei denen völlige Promiskuität der Geschlechter und gegenseitige Fremdheit nach dem Akt herrscht, meistens in eng zusammenhaltenden Meuten leben; bei den Säugetieren, bei denen sowohl familienhafte wie soziale Triebe herrschen, bemerken wir stets, daß in Zeiten des Vorherrschens jener, also während der Paarungs- und Erzeugungszeit, die letzteren bedeutend abnehmen.

Auch ist die Vereinigung der Eltern und der jungen zu einer Familie eine um so engere, je geringer die Zahl der jungen ist; ich erwähne nur das bezeichnende Beispiel, daß innerhalb der Klasse der Fische diejenigen, deren Nachkommenschaft völlig sich selbst überlassen ist, ihre Eier zu ungezählten Millionen ablegen, während die brütenden und bauenden Fische, bei denen sich also die Anfänge eines familienhaften Zusammenhaltes finden, nur wenige Eier produzieren. 

Man hat in diesem Sinne behauptet, daß die sozialen Verhältnisse unter den Tieren nicht von den ehelichen oder elterlichen, sondern nur von den geschwisterlichen Beziehungen ausgingen, da diese dem Individuum viel größere Freiheit ließen als jene, und es deshalb geneigter machen, sich eng an den größeren Kreis anzuschließen, der sich ihm eben zunächst in den Geschwistern bietet, so daß man das Eingeschlossensein in eine tierische Familie als das größte Hemmnis für den Anschluß an eine größere tierische Gesellschaft angesehen hat.

Jene eigentümliche soziologische Doppelrolle der Familie: einmal eine Erweiterung der eigenen Persönlichkeit zu sein, eine Einheit, in der man das eigene Blut kreisen fühlt und die allen andern sozialen Einheiten gegenüber geschlossen und uns als Glied einschließend auftritt; dann aber doch einen Komplex darzustellen, in dem der Einzelne sich von allen andern unterscheidet und ein Selbstsein und Gegensatz gegen sie ausbildet - diese Doppelrolle bewirkt unvermeidlich eine soziologische Zweideutigkeit der Familie, läßt sie bald als ein einheitliches Gebilde erscheinen, das wie ein Individuum wirkt, und damit in größeren und größten Kreisen eine charakteristische Position einnimmt, bald als ein mittlerer Kreis, der sich zwischen das Individuum und den sie selbst umfassenden großen Kreis einschiebt. 

Die Entwicklungsgeschichte der Familie, wie sie mindestens an einer Reihe von Punkten noch erkennbar scheint, wiederholt in sich das Schema, nach dem sie zunächst als der umfassende Kreis auftritt, der die Lebensperipherie seiner Individuen einschließt, selbst aber von großer Unabhängigkeit und Geschlossenheit ist; dann aber sich zu einer engeren Gestaltung zusammenzieht, und dadurch geeignet wird, die Rolle des Individuums in einem über jene erste erheblich erweiterten Sozialkreise zu spielen. 

Als die Mutterfamilie durch die Geltung der männlichen Macht verdrängt war, war es zunächst nicht sowohl die Tatsache der Erzeugung durch den Vater, die die Familie als eine darstellte, als vielmehr die Herrschaft, die er über eine bestimmte Anzahl von (> 537) Menschen ausübte, unter denen sich nicht nur seine Leibesnachkommen, sondern Zugelaufene, Zugekaufte, Angeheiratete und deren ganze Familien usw. befanden und unter einheitlichem Regimente zusammengehalten wurden. 

Aus dieser ursprünglichen patriarchalischen Familie heraus differenziert sich erst später die jüngete der bloßen Blutsverwandtschaft, in der Eltern und Kinder ein selbständiges Haus ausmachen. 

Diese war natürlich bei weitem kleiner und individuelleren Charakters als die umfassende patriarchalische jene ältere Gruppe konnte allenfalls sich selbst genügen, sowohl zur Beschaffung des Lebensunterhaltes wie zur kriegerischen Aktion; hatte sie sich aber erst in kleine Familien individualisiert, so war der Zusammenschluß der letzteren zu einer nun erweiterten Gruppe, zu der überfamiliären Gemeinschaft des Staates möglich und erfordert.

Der Platonische Idealstaat hat nur diese Entwicklungsrichtung fortgesetzt, wenn er die Familie überhaupt aufhob und an Stelle dieses mittleren Gebildes nur einerseits die Individuen, andrerseits den Staat bestehen ließ.

Im übrigen ist es eine typische Schwierigkeit des soziologischen Erkennens, die an jener Doppelrolle der Familie ihr deutlichstes Beispiel findet: wo nicht einfach eine größere und eine kleinere Gruppe sich gegenüberstehen, so daß die Stellung des Individuums in ihnen sich ohne weiteres vergleichen läßt, sondern wo mehrere, sich immer erweiternde Kreise übereinander gebaut sind, da kann sich das Verhältnis scheinbar verschieben, insofern ein Kreis im Verhältnis zu dem einen der engere, im Verhältnis zu einem dritten der weitere sein kann. 

Diesseits des größten, überhaupt noch wirksamen Kreises um uns herum haben alle in ihm befaßten diesen Doppelsinn: sie funktionieren einerseits als Einheiten individuellen Charakters, oft unmittelbar als soziologische Individualitäten, andrerseits, nach ihren Elementen zu, als Komplexe höherer Ordnung, die vielleicht selbst wieder außer ihren Individuen noch Komplexe niederer Ordnung in sich schließen. 

Es ist eben immer das mittlere Gebilde, das das betreffende Verhältnis, - innere Kohäsion, äußere Repulsion - dem allgemeineren, höheren, und dem individuelleren, tieferen Gebilde gegenüber aufweist. 

Letzteres ist ein relatives Individuum im Verhältnis zu jenen, gleichviel ob es im Verhältnis zu noch anderen ein Kollektivgebilde ist. 

Wo also, wie hier, die normale Korrelation zwischen drei, durch ihre Maße bezeichneten Instanzen gesucht wird: dem primär individuellen Element, dem engeren und dem weiteren Kreise - da wird unter Umständen ein und derselbe Komplex, je nach den Beziehungen, in die er tritt, alle drei Rollen spielen können. 

Dies verringert den Erkenntniswert der Feststellung dieser Korrelation durchaus nicht, sondern beweist im Gegenteil ihren formalen, jeder inhaltlichen Bestimmtheit zugänglichen Charakter. -

ex: Georg Simmel: Die Erweiterung der Gruppe und die Ausbildung der Individualität, 1. Teil

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Editorial:

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